„Von Schönheit hell umflammt ist diese Erde“ – Erinnerungsbotschaften

Am 12. Jänner 2018 wurde an der WI´MO die Ausstellung „Von Schönheit hell umflammt ist diese Erde – Erinnerungsbotschaften“ von Direktor Mag. Hermann Wilhelmer, Univ. Prof. Dr. Peter Gstettner und Bildungsdirektor Rudolf Altersberger im Beisein der SchülerInnen sowie VertreterInnen vom Landesschulrat, Schulpartnern und der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt eröffnet. Mag. Ilse Geson-Gombos und Dipl. Päd. FOL Heidi Cas-Brunner gestalteten diese Ausstellung gemeinsam mit ihren SchülerInnen der 3 CHW und der 3 AHM, die ihre Gedanken und Erinnerungsbotschaften dazu präsentierten.

Betroffenheit kann die Grundlage für eine eingehende Beschäftigung mit den historischen Inhalten darstellen, ist jedoch kein Muss. Die Auseinandersetzung mit dem historischen Material ist das Tor zum Verständnis, aus welcher Katastrophe heraus die demokratischen Errungenschaften und Werte der heutigen Gesellschaft entstanden sind.

Die Ausstellung ist Resultat eines Prozesses zwischen SchülerInnen, den Guides in Mauthausen und Linz, LehrerInnen dieser Schule und Univ. Prof. Dr. Peter Gstettner, der die Ausstellung mit einem berührenden Vortrag eröffnete. Die schwarz-weißen Fotos des Memorials von Fachvorständin Heidelinde Cas-Brunner wurden von Prof. Gstettner mit Schilderungen der Realität im ehemaligen Konzentrationslager vervollständigt. Ursprünglich war angedacht, die Fotos mit Informationstexten auszustatten. Stattdessen erwarteten die Besucherinnen und Besucher zentrale Begriffe, die als Antithese zur nationalsozialistischen Gewaltherrschaft für eine demokratische Gesellschaft unverzichtbar sind. Gleichzeitig folgte die Ausstellung dem Auftrag der Jugend, das Leben zu feiern und zu genießen. Als Motto wurde ein Zitat aus Jura Soyfers im Konzentrationslager geschriebenen „Lied von der Erde“ genommen: „Von Schönheit hell umflammt ist diese Erde“.

Die Fotos sind mit den Begriffen Freiheit – Demokratie, Gemeinschaft – Zuhause, Leben – glücklich, Erinnerung – Hoffnung gepaart. Sie sind in der Auseinandersetzung der SchülerInnen mit der Zeit des Nationalsozialismus entstanden, und spiegeln den Wunsch nach einem friedvollen Zusammenleben in Europa und auf der ganzen Welt.

Das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) berichtet in seiner Grußbotschaft zu Beginn des neuen Jahres von ungebrochenem Interesse von Jugendlichen an den Führungen im Memorial Mauthausen. Warum besuchen Jugendgruppen in Scharen das Memorial, was wollen sie mitnehmen, was erhoffen sie sich dort zu hören und zu lernen?

69 Prozent der Jugendlichen interessieren sich nach eigenem Bekunden „sehr für die Zeit des Nationalsozialismus“, 80 Prozent halten Erinnern und Gedenken für sinnvoll, 59 Prozent empfinden Scham angesichts der Verbrechen. So die Resultate des Umfrageinstitut TNS Infratest für eine große deutschsprachige Zeitung. Jedoch, das wissen alle, die mit der Vermittlung von Geschichte zu tun haben: Verordnen kann man den Jugendlichen Betroffenheit und Erinnerungsarbeit nicht. Ist Betroffenheit notwendig? Alle Fotos der Ausstellung, bis auf eines, zeigen den ehemaligen Ort des Verbrechens, Mauthausen. In einem Foto sind SchülerInnen zu sehen, die sehr betroffen wirken.

Text: Mag. Ilse Geson-Gombos

Fotos: kore/LSR

 

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