„Vital4Brain“ soll Bewegung in Schulen alltäglich machen

Österreichs Schüler bewegen sich zu wenig, was sich nicht nur negativ auf ihre körperliche Kondition, sondern auch auf ihre Konzentrationsfähigkeit auswirkt. Das neue Bewegungsprogramm „Vital4Brain“ soll dieser Entwicklung gegensteuern. Es besteht aus 150 verschiedenen koordinativen Übungen, die von Lehrerinnen und Lehrern während der Unterrichtsstunden direkt im Klassenraum eingesetzt werden können.

In Kärnten wird es gerade an der Volksschule Villach-Lind und Volksschule 23 Klagenfurt-Wölfnitz getestet. Wie sehr die Übungen den Kindern Spaß machen, wurde heute, Mittwoch, bei der Präsentation von „Vital4Brain“ in Wölfnitz deutlich. Landeshauptmann Peter Kaiser als Bildungsreferent, der Gesundheitsversicherer UNIQA und der Landesschulrat für Kärnten stehen hinter dem Programm, das sie auf ganz Kärnten ausweiten wollen.

„Was kann man tun, damit man sich etwas leichter merkt? Sich bewegen“, meinte der Landeshauptmann. Eigentlich sei es eine Binsenwahrheit, dass Bewegung gesund und fördernd beim Lernen ist. Trotzdem würden Studien Grund zur Besorgnis geben. Schülerinnen und Schüler würden sich laut diesen Daten durchschnittlich nur zwei Stunden und 53 Minuten pro Tag bewegen. Kaiser sprach die Alltagsbequemlichkeit an, die sich auch auf die Kinder übertrage. Die Menschen würden selbst kurze Strecken nur ungern zu Fuß bewältigen. „Wir müssen Bewegung wieder alltäglich machen. Am effektivsten kann das in den Schulen greifen“, betonte er.

„Vital4Brain“ habe beim ersten Test an einem niederösterreichischen Gymnasium nach bereits sechs Wochen erstaunliche Ergebnisse gebracht, erklärte Kaiser. Dort sei die Konzentrationsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler um sieben Prozent gestiegen. Der Landeshauptmann sprach sich für kreative und phantasievolle Lernformen aus. Initiativen wie „Vital4Brain“ könnten vor allem in den angestrebten Ganztagsschulen gut gedeihen. Diese würden Schule, Sport und Kultur optimal unter einem Dach verbinden.

UNIQA-Landesdirektor Hannes Kuschnig berichtete, dass der Direktor des Bundesgymnasiums Zehnergasse in Wiener Neustadt, Werner Schwarz, das Programm entwickelt habe und mit der Idee an die UNIQA herangetreten sei. Die Versicherung sei gerne dabei, weil sie sich stark für die Gesundheit vor allem von Kindern und Jugendlichen engagiere. Die UNIQA VitalCoaches würden die Testschulen begleiten und auch „Vital4Brain“-Ausbildungen für Lehrerinnen und Lehrer anbieten, mittlerweile seien auch schon die Landesschulräte aller Bundesländer aktiv.

Zwei dieser VitalCoaches sind Birgit Kummerer und Antonia Reichel-Sintschnig, die gleich mit den Wölfnitzer Volksschulkindern und allen Präsentationsteilnehmern eine Übungseinheit durchführten. Kummerer erklärte, dass es bei den sieben bis zwölf Minuten langen Einheiten drei Übungsteile gebe. Der Aktivierungsteil solle das Herz-Kreislaufsystem in Schwung bringen, der Koordinationsteil wichtige Areale des Neuronennetzwerks im Gehirn aktivieren und der ruhigere Überleitungsteil solle die Kinder wieder entspannt zum Unterricht zurück bringen.

Renate Macher-Meyenburg, Fachinspektorin für Bewegung und Sport, verwies auf den „Tag der Kinderrechte (21.11.). Sie betonte, dass auch Bewegung ein Kinderrecht sei und dass es mehr Bewegung im Lebensraum Schule geben müsse. Bewegung sei auch wichtig, um im sozialen Bereich Erfahrungen zu machen und mit den eigenen Gefühlen zurechtzukommen, meinte die Vertreterin des Kärntner Landesschulrates.

Infos unter www.vital4brain.at
Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser; Landesschulrat; UNIQA
Redaktion: Markus Böhm
Fotohinweis: LPD/Just