Kinderschutz: Betreuung und Hilfe für Kärntner Jugendliche

„Kinderschutz ist kein Problem der ‚anderen‘ – es ist eine Herausforderung für uns alle. Der Großteil der Kärntner Kinder lebt Gott sei Dank in einem geschützten Umfeld, sprich in einer fürsorglichen Familie. Aber ein Teil von Kärntens Kindern benötigt die Unterstützung der Kinder- und Jugendhilfe. Und zwar dringend“, betonte Sozialreferentin Beate Prettner im Rahmen der Eröffnung der heurigen Kinderschutzfachtagung im Beisein von Bildungsdirektor Robert Klinglmair und rund 600 Teilnehmenden im Congress Center Villach. Für 2018 habe sie daher die „Strategie Kinderschutz“ in einem Offensivprogramm zum Schwerpunkt der Kärntner Kinder- und Jugendhilfe erklärt.

Ziel sei es, das Hilfsnetz noch enger schnüren zu können. Denn jeder Misshandlungsfall sei einer zu viel. Die Zahl der Gefährdungsmeldungen steigt kontinuierlich. Im Jahr 2012 waren es 937 Meldungen, 2016 kam es zu 2.078 Gefährdungsmeldungen, im Vorjahr zu 3.977. „Das ist ein gewaltiger Anstieg – eine Fast-Verdoppelung. Dieser rapide Anstieg heißt aber nicht, dass die Misshandlungsfälle per se zugenommen haben. Der Anstieg ist primär auf die gestiegene Sensibilisierung bei den Kooperationspartnern wie Lehrer, Ärzte, Kindergärten etc. zurückzuführen“, so Prettner.

Angestiegen sind auch – von 2016 auf 2017 – die „Erziehungshilfen gesamt“. Laut Referentin ist diese Erhöhung fast ausnahmslos im ambulanten Bereich angesiedelt (von 2.098 auf 2.428), während die Fremdunterbringung mit einem Plus von fünf (1.122 auf 1.127) quasi stagniert.

Für Bildungsdirektor Robert Klinglmair liegt die Verantwortung zum Schutz der Kinder in allen Berufen, Einrichtungen und Institutionen: „Die Brennpunktthemen unserer heutigen Gesellschaft betreffen uns alle und nur gemeinsam können wir etwas vorantreiben, Konflikte abbauen und in unseren Schulen jene Sicherheit verankern, die es benötigt, um für das Wohl der uns anvertrauten Schülerinnen und Schüler garantieren und ein unbeschwertes Heranwachsen unserer Jugend nachhaltig absichern zu können“, so Klinglmair.

Die Kinderschutzfachtagung widmete sich in Referaten und Workshops am Nachmittag der „Haltung und dem Rollenverständnis in der Begegnung mit Kindern, Jugendlichen, Eltern sowie KooperationspartnerInnen“.

Text: Grabner, Rauber/Büro LHStv.in Prettner, LSR

Fotos: Hafner/ Büro LHStv.in Prettner