Kärntner SchülerInnen im Jugendparlament

Auf Einladung des Präsidenten des Nationalrates findet im österreichischen Parlament in Wien regelmäßig ein Jugendparlament statt. Ob nun im Klub für die eigene Position werben, Kompromisse suchen, Reden vorbereiten und schließlich über eine Gesetzesvorlage abstimmen – bei Ausschuss- und Plenarsitzungen haben die Jugendlichen einen Tag lang Gelegenheit, einmal selbst zu erleben, was es heißt, PolitikerIn zu sein, und wie politische Entscheidungen zu Stande kommen. Die Aufgabe bestand diesmal darin, eine fiktive Gesetzesvorlage zum Thema „Politische Bildung“ zu diskutieren.

Das Jugendparlament möchte für Jugendliche demokratische Entscheidungsprozesse nachvollziehbar machen und gleichzeitig ein vertieftes Verständnis für parlamentarische Abläufe vermitteln. Der Gesetzgebungsprozess soll in seinen Kernpunkten verstanden und nachvollzogen, nicht nur simuliert werden.

Am Beginn des Jugendparlaments steht die Aufteilung der TeilnehmerInnen in vier fiktive Klubs. Jeder der Klubs erarbeitet seine Position zu einem vorliegenden Gesetzesvorschlag, wählt eine/n Vorsitzende/n und bestimmt, welche Personen den Klub in den Ausschuss-Beratungen vertreten werden. Diese versuchen, in der anschließenden Ausschusssitzung mit den VertreterInnen der anderen Klubs eine Position zu finden, der die Mehrheit aller Jugend-ParlamentarierInnen in der am Nachmittag stattfindenden Plenarsitzung zustimmen kann.

Um die Erarbeitung von Kompromiss-Varianten zu erleichtern, stehen den Jugendlichen den ganzen Tag über Abgeordnete sowie MitarbeiterInnen des Parlaments mit Rat und Tat zur Seite.

SchülerInnen der 9. Schulstufe aller Schultypen jeweils bestimmter Bundesländer waren aufgerufen, sich für die Teilnahme am Jugendparlament zu bewerben. Eine Jury wählte zu der Frage „Was bedeutet Demokratie für dich und deine KlassenkollegInnen?“ die originellsten und kreativsten Bewerbungsbeiträge aus. So wurde beispielsweise ein Song gerappt.

Folgende Schulen aus Kärnten waren beim Jugendparlament am 30. November 2018 in Wien vertreten:

CHS Villach, Klasse 1 BWF

BG/BRG St. Martinerstraße Villach, Klasse 5a

Polytechnische Schule Völkermarkt, Klasse K1

Damit sich die Jugendlichen bereits im Vorfeld mit parlamentarischen Abläufen und Begriffen vertraut machen können, erhielten die ausgewählten Klassen und ihre LehrerInnen ein Paket von Arbeitsmaterialien, welches nähere Informationen zum jeweiligen Thema sowie über parlamentarische Abläufe beinhaltete.

„Einen ganzen Tag lang in die Rolle von Politikerinnen und Politiker zu schlüpfen und in der Hofburg hautnah mitzuerleben, wie u.a. ein Gesetz entsteht, ist für unsere Schülerinnen und Schüler ein interessantes Erlebnis. Gerade in Hinblick auf die Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre ist es wichtig, bei Schülerinnen und Schüler bereits in der 9. Schulstufe ein nachhaltiges Bewusstsein und Interesse für aktuelle Geschehnisse, politische Abläufe und Prozesse auf regionaler als auch nationaler Ebene zu wecken, um sie zu mündigen Wählerinnen und Wählern zu machen,“ merkte Bildungsdirektor Robert Klinglmair an und verwies auf die bedeutende Einbindung von politischer Bildung im Unterricht.

Fotos zum Jugendparlament

Erfahrungsbericht der Schülerinnen und Schüler der CHS Villach

Text: Parlamentsdirektion, LSR/ Claudia Lautischer

Foto: Parlamentsdirektion / Johannes Zinner