Filmprojekt HTL Mössingerstraße „LOIBL 2017″

Im Zuge des Geschichteunterrichts hatte die 2BHET der Abteilung für Elektrotechnik der HTL Mössingerstraße, im April 2017 die Idee, ihr technisches Know-How dazu zu nützen, ein regionales, zeitgeschichtliches Thema anhand eines Kurzfilms einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Um das Projekt professionell realisieren zu können, wurden vor Ort Filmaufnahmen gemacht. Von Univ.-Prof. Dr. Peter Gstettner, einem der Initiatoren für die Aufarbeitung dieses lange verdrängten und dunklen Stücks Kärntner Zeitgeschichte, wurden die Schülerinnen und Schüler bereits vorab intensiv mit dem Thema vertraut gemacht. Bereits zu diesem Zeitpunkt verstanden sie, wie wichtig es ist, „Erinnerungsarbeit“ zu leisten, damit die unfassbaren Gräuel des NS-Terrorregimes und der couragierte Widerstand der Häftlinge niemals in Vergessenheit geraten und die Opfer der Nationalsozialisten retrospektiv ein würde- und respektvolles Andenken erhalten.

Am 11. Mai 2017 war es dann soweit und die 2BHET unternahm – unter der fachkundigen Betreuung von Univ.-Prof. Dr. Peter Gstettner, Dr. Gerti Malle und Mag. Willi Seidl vom Mauthausen Komitee Kärnten/Koroška – einen Lehrausgang zur Loibl-Gedenkstätte. Ausgestattet mit einer GoPro Hero 4, einer Panasonic HC-V757, einem Rode Podcaster und einem Sennheiser MD441-U Mikrofon versuchten sie, die Schauplätze des Grauens zu dokumentieren und möglichst viel Videomaterial aufzuzeichnen.

Das KZ Loibl war ein Außenlager des KZ Mauthausen, wo von 1943 bis 1945 – aufgeteilt auf ein Nordlager im heutigen Kärnten und ein Südlager auf der slowenischen Seite – 1.800 Menschen geschunden wurden, deren Arbeitskraft dem Zweck diente, einen Tunnel unter dem Loibl zu graben. 39 Menschen unterschiedlicher Nationen ließen an der –von den ehemaligen Insassen so genannten – „Baustelle des Todes“ ihr Leben.

Univ.-Prof. Dr. Gstettner erklärte anhand historischer Fotografien, wie das KZ ausgesehen hat und welch beispiellose Willkür und Brutalität im Lager geherrscht haben. Den Abschluss bildete ein kurzes Innehalten neben dem ehemaligen Krematorium und einer im Gedenken an diese leidvolle Zeit und als Mahnung wider die Gleichgültigkeit errichteten Statue des Künstlers Boris Kobe.

In den Wochen nach der Exkursion wurde das Videomaterial begutachtet und passende Szenen für den Kurzfilm ausgewählt. Danach wurde nach adäquater Musik gesucht, um den Filmsequenzen noch mehr Ausdruck zu verleihen und die Atmosphäre dieses furchtbaren Ortes klanglich einzufangen. In weiterer Folge wurden die einzelnen Teile des Films mit Sony Vegas Pro14 geschnitten und mit Adobe After Effects mit passenden Filtern versehen.

Wie vielen Menschen war auch den Schülerinnen und Schülern bis zu Beginn des Projekts nicht bewusst, welche Geschichte sich hinter diesem Ort verbirgt, den  alle nach diesem Lehrausgang bei einer zukünftigen Fahrt durch den Tunnel für immer mit anderen Augen sehen werden.

Videolink: https://m.youtube.com/watch?v=06D-vr6PRrk

Text&Foto: Sandro KAPONIG, Raphael PIRKER, Jan PERNÉ, Fabian WERNITZNIG, Mag.a Mirjam REIN