150 Jahre WI’MO Klagenfurt

Das Ziel der Gründung vor 150 Jahren war ein emanzipatorisches: Mädchen sollten durch Ausbildung einen Weg aus der Armut und Abhängigkeit finden. Heute erhalten Mädchen und Burschen an der Wi’MO Klagenfurt neben einer fundierten Ausbildung, den berufseinschlägigen Abschlussprüfungen und der Zentralmatura darüber hinaus Kompetenzen mit auf ihren Lebensweg, mit denen sie ihre Zukunft erfolgreich und glücklich gestalten können: Weltoffenheit, Neugierde, Forscherdrang, kritisches Denken und soziale Kompetenzen.

Zum 150-Jahr-Jubiläum lud die Schule unter Leitung von Direktor Hermann Wilhelmer zum großen Festakt. Neben LHStv.in Gaby Schaunig, in Vertretung von Bildungsreferent LH Peter Kaiser, nahmen unter anderem Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz, Bildungsdirektor Robert Klinglmair, AAU-Vizerektorin Univ.-Prof.in Doris Hattenberger, Landesschulinspektorin Renate Kanovsky-Wintermann und WKO-Vizepräsidentin Carmen Goby teil. Univ-Prof.in Judith Glück hielt einen Impulsvortrag zum Thema „Für das Leben lernen wir- Was Weisheit und Schule miteinander zu tun haben (könnten)“.

„Wie ‚die Garbo‘ oder ‚die Loren‘ ist ‚die WI’MO‘ eine Marke, die für besondere Qualität, große Beliebtheit und hohen Bekanntheitsgrad steht. Die Breite des Angebots, die gelebte Vernetzung und das Miteinander der Fachbereiche zeichnen diese wunderbare Schule aus“, sagte Schaunig in ihrer Grußadresse. „Neben breitem Fachwissen wird den Schülerinnen und Schülern auch vermittelt, dass Werte wie Demokratie oder Errungenschaften wie ein gemeinschaftliches Europa nicht selbstverständlich sind, sondern immer aufs Neue erkämpft werden müssen“, strich Schaunig ebenfalls hervor.

Für Bildungsdirektor Robert Klinglmair ist die WI´MO mit 150 Jahren zwar gleich alt wie der Landesschulrat, aber noch lange nicht am Ende. „Die WI´MO ist zu einer Marke geworden, unter der im heurigen Schuljahr 786 Schülerinnen und Schüler eine profunde Ausbildung genießen. Internationalisierung, Erasmus+, Digitalisierung, Erinnerungskultur, Gesundheitsprojekte: Man würde bei den Aufzählungen der vielen Aktivitäten und Schwerpunktsetzungen meinen, es handle sich bei der WI´MO nicht nur um eine Leuchtturmschule, sondern eine ganze Schulart,“ so der Bildungsdirektor, der der WI´MO in seinen Grußworten für mindestens weitere 150 Jahre viel Ausdauer aber vor allem Kreativität und Erfolg wünscht, damit noch viele Generationen von Jugendlichen sowie die Gesellschaft und der Wirtschaftsstandort davon profitieren dürfen.

Aus der 1868 gegründeten „Mädchen-Arbeitsschule“ mit den Unterrichtsfächern Stricken, Weißnähen, Schlingen, Kleidermachen, Handschuhmachen, Waschen und Bügeln wurde im Lauf von 150 bewegten Jahren die Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe und höhere Lehranstalt für Mode (kurz WI’MO) mit Ausbildungsschwerpunkten wie „Kulturtouristik“, „Gesundheit und Soziales“, „dritte lebende Fremdsprache“ und einer laufenden Modernisierung der fachlichen Ausbildung in den Bereichen Mode und Gastronomie/Hotellerie. Absolventinnen und Absolventen können eine fertige Berufsausbildung unter anderem als Gastronomiefachfrau/mann oder Modedesignerin/Modedesigner vorweisen.

Erinnerungskultur und politische Bildung werden an der Wi’MO bewusst gepflegt, die Öffnung nach Europa aktiv gelebt. Mit dem Leonardo- und dem darauffolgenden Erasmus-plus-Projekt ermöglicht die Schule jedes Jahr 50 bis 70 Schülerinnen und Schülern ein Auslandspraktikum im gesamten EU-Raum. Die anwendungsorientierte Vertiefung der Sprachkompetenzen in Englisch, Italienisch, Französisch und Spanisch wird darüber hinaus durch einen Schüleraustausch mit Partnerschulen gefördert.

Fest verankert ist die WI’MO in ihrer Heimatstadt Klagenfurt. Der WI’MO Literaturwettbewerb bereichert seit 2008 die Klagenfurter Kulturszene, 2012 erschien dazu das Buch „Zwischenwelten“. Zum 500-Jahr-Jubiläum der Stadt veröffentlichte die WI’MO heuer das von der Gastronomie-Abteilung gestaltete Kochbuch „Klagenfurt kocht“. Modeschülerinnen designten das „Klagenfurter Dirndl“ mit einem kunstvoll gewebten Dirndlstoff, in den der Stadtplan von Klagenfurt kreativ eingearbeitet wurde.

Seit 2017 ist die WI’MO Partnerschule der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, seit Juni 2018 Botschafterschule der Europäischen Union. Für ihre digitale Medienkompetenz wurde die WI’MO von der Europäischen Kommission als eTwinning Schule verifiziert.

Text: LPD Kärnten, Matticka/ Zeitlinger
Foto: Büro LHStv.in Schaunig/Matticka

UNESCO-Schultagung: 17 Ziele für eine bessere Welt

Einmal jährlich findet für die Referentinnen und Referenten der Österreichischen UNESCO-Schulen eine 3-tägige Tagung statt, um die Basis für die Arbeit während des Schuljahres fest zu legen. Heuer trafen sich die Pädagoginnen und Pädagogen am Hafnersee, wo sie von LH Peter Kaiser und Bildungsdirektor Robert Klinglmair im Sonnenhotel herzlich begrüßt wurden. Die Österreichischen UNESCO-Schulen gehören zum internationalen Schulprojekt der UNESCO. In diesem weltweiten, über 10.000 Bildungseinrichtungen in 181 Staaten umfassenden Netzwerk ist Österreich mit 93 UNESCO-Schulen vertreten. Vier Schulen in Kärnten haben sich diesem internationalen Netzwerk angeschlossen: Das BG Porcia Spittal, das BG/BRG für Slowenen, das Bundesoberstufenrealgymnasium Hermagor sowie die NMS Ferlach.

Die Jahrestagung stand unter dem Schwerpunktthema „17 Ziele für eine bessere Welt“. Die Vereinten Nationen haben bekanntlich 17 Nachhaltigkeitsziele ausgerufen. Diese Ziele und deren Umsetzung sollten nun auch entsprechend in den UNESCO-Schulen verfolgt werden, die Grundlagen und Inhalte für die Umsetzung werden im Laufe der dreitägigen Tagung in Kärnten erörtert und festgelegt.

„Die Kärntner UNESCO-Schulen stellen den heranwachsenden Menschen in den Mittelpunkt, der mit all seinen Fähigkeiten gefördert werden soll. Vor allem werden auf diese Weise – neben Grundkompetenzen – auch immer wichtiger werdende Nachhaltigkeitsziele in unsere Klassenzimmer gebracht“, so Bildungsdirektor Robert Klinglmair. Zudem bedankt sich Bildungsdirektor Klinglmair bei den anwesenden Pädagoginnen und Pädagogen für ihr nicht selbstverständliches Engagement, unsere Schülerinnen und Schüler dabei zu unterstützen, zu selbstständigen, selbstbewussten, kreativen jungen Erwachsenen mit sozialer Verantwortung heranwachsen zu können, womit nicht nur dem klassischen Bildungsauftrag sondern vor allem einem gesellschaftlichen Auftrag Rechnung getragen wird.

UNESCO-Schulen bekennen sich zu einer besonderen pädagogischen Grundhaltung. Lernen ist ein handlungsorientierter Prozess, eine fächerübergreifende und vor allem interkulturelle Zusammenarbeit sowie ein hohes Maß an Teamarbeit werden in den Schulen gelebt. Zu den Themenschwerpunkten zählen beispielsweise Welterbe, Kultur- und Naturerbe, nachhaltige Entwicklungen, die Friedenserziehung, die Menschenrechte sowie Biodiversität und Klimawandel, Toleranz und Interkulturalität. Im Unterricht und in Form von Projektarbeiten werden diese Schwerpunkte gelehrt und vermittelt.

Weltoffenheit und die Fähigkeit zu einem friedlichen Zusammenleben zu vermitteln, gehören zu den wichtigsten Zielen, die die UNESCO-Schulen weltweit verfolgen. Bildung soll mit Tun verbunden werden, um Handlungs- und Gestaltungskompetenz zu vermitteln. Das Bildungsmodell der UNESCO-Schulen, deren Netzwerk 1953 gegründet wurde, beruht auf 4 Säulen: learning to know, learning to do, learning to be, learning to live together. Damit verfolgt man das Ziel, durch die Zusammenarbeit zwischen Völkern in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Kultur zur Wahrung des Friedens und der Sicherheit beizutragen.

Die Mitgliedschaft im Netzwerk bietet den Zugang zum internationalen Netzwerk mit über 9.900 Bildungseinrichtungen weltweit, vom Kindergarten bis zur Lehrerinnen- und Lehrerausbildung, sowie die Beteiligung an internationalen Aktivitäten und die Umsetzung gemeinsamer Projekte. Schulen können ihre Mitgliedschaft bei der Österreichischen UNESCO-Kommission beantragen. Erforderlich ist dann eine zweijährige engagierte Mitarbeit im Österreichischen Netzwerk. Danach erfolgt erst die Aufnahme der Schule ins internationale Netzwerk der UNESCO.

Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen als Grundlage für das Motto der Jahrestagung, „17 Ziele für eine bessere Welt“ :
1. Armut beenden
2. Kein Hunger
3. Gesundheit und Wohlergehen
4. Hochwertige Bildung
5. Geschlechtergerechtigkeit verwirklichen
6. Sauberes Wasser und Sanitärversorgung
7. Bezahlbare und saubere Energie
8. Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
9. Nachhaltige Infrastruktur und Industrialisierung
10. Ungleichheit verringern
11. Nachhaltige Städte und Gemeinden
12. Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster
13. Maßnahmen zum Klimaschutz
14. Meere schützen
15. Landökosysteme schützen
16. Frieden und Gerechtigkeit verwirklichen
17. Globale Partnerschaft

Text: LPD Kärnten/ Gerlind Robitsch
Foto: LPD Kärnten/Peter Just

 

Aktionstag der Kärntner Bäuerinnen und Bauern in der Volksschule Moosburg

Anlässlich des Welternährungstages am 16.Oktober 2018 soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass unsere Bäuerinnen und Bauern mit ihrer heimischen Lebensmittelproduktion einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten. Bereits zum vierten Mal besuchten 135 Kärntner Bäuerinnen und Bauern 120 Volksschulen und begeisterten mehr als 3000 Kinder mit ihren Informationen.

Der Schwerpunkt im heurigen Jahr lag auf der Hühnerhaltung und der Produktion von Eiern. Die Kinder der Volksschule Moosburg wurden im Beisein von Bildungsdirektor Robert Klinglmair, Kammeramtsdirektor Hans Mikl, Landesbäuerin Astrid Brunner und Schuldirektorin Rosalia Hartl u.a. darüber informiert, welchen Weg ein Ei zurücklegt, bis es im Geschäft erhältlich ist und dass es in Österreich den Tieren aufgrund strengerer Gesetze zum Tierwohl besser geht als in allen anderen Ländern. Es wurde genau erklärt, woran man heimische Lebensmittel erkennt und wie sie produziert werden. Es wurden von den Bäuerinnen und Bauern neben vielen Informationen auch Arbeitsgegenstände aus ihrem Alltag mitgebracht sowie kleine Leckerbissen, die gemeinsam verkostet wurden.

Landesbäuerin Astrid Brunner ist stolz, dass es bereits seit vielen Jahren den Bäuerinnen und Bauern gelingt, einen guten Kontakt mit den zukünftigen Konsumentinnen und Konsumenten zu pflegen. „Die neugierigen Blicke und interessierten Fragen der Schülerinnen und Schüler motivieren uns im aktiven Dialog mit der Gesellschaft sehr“, so Brunner.

Die Aktionstage wie auch weitere bestehende Projekte der Landwirtschaftskammer werden vom Landesschulrat für Kärnten gerne unterstützt, da Schülerinnen und Schüler in speziell zugeschnittenen Workshops zu aktuellen Themen von heimischen Bäuerinnen und Bauern dazu motiviert werden, sich nachhaltiges Wissen über Tierschutz und artgerechte Tierhaltung anzueignen. „Die Bäuerinnen und Bauern leisten damit auch einen wertvollen Beitrag und großartige Aufklärungsarbeit in Kärntens Schulen. Die wichtige Sensibilisierung für ein achtsames Verhalten gegenüber Tieren und den Konsum von qualitätsgeprüften tierischen Produkten fängt schon bei den Kleinsten an“, so Bildungsdirektor Robert Klinglmair, der gerade am Welternährungstag an einen verantwortungsbewussten Umgang mit Nahrungsmitteln appelliert.

Auch Kammeramtsdirektor Hans Mikl dankte im Namen von LK-Präsident Johann Mößler den Bäuerinnen und Bauern für ihren Einsatz am Aktionstag und unterstrich die Bedeutung dieser bewusstseinsbildenden Maßnahme: „Die Kinder tragen die Botschaft in die Familien: Wer heimische Eier kauft, unterstützt nicht nur die regionale Landwirtschaft, sondern leistet auch einen aktiven Beitrag zum Tierwohl und zum Klimaschutz. Nirgendwo gibt es bessere Haltungsbedingungen für Hühner als in Österreich – so ist hier die Käfighaltung verboten und es sind kleinere Herdengrößen vorgeschrieben. Wer zu heimischen Eiern greift, trägt durch deren kurze Transportwege auch zum Klimaschutz bei, was wiederum den nachkommenden Generationen zugutekommt!“

Startschuss zum Erasmus+ Alpen-Adria-Videowettbewerb

Das Europa-Büro im Landesschulrat für Kärnten und der Verein „Ready 4 Europe“ haben in Kooperation mit der Nationalagentur Erasmus+ Austria einen bereits viel beachteten Alpen-Adria-Videowettbewerb zum Thema „Meine ErasmusPlus-Erfahrungen im Ausland“ ins Leben gerufen, der heuer zum ersten Mal veranstaltet wird.

Jährlich absolvieren mehr als 400 Schülerinnen und Schüler der höheren Schulen in Kärnten, unter Mithilfe des Förderprogramms Erasmus+, ihr Ferialpraktikum im Ausland. Im Bundesländervergleich ist Kärnten in Bezug auf die Gesamtschüleranzahl Spitzenreiter in Österreich.

Trotzdem will Kärnten auch im Social-Media-Bereich die Gelegenheit nutzen, die Bekanntheit der europäischen Mobilitätsprojekte im Schulbereich weiter auszubauen, damit eine noch stärkere Vernetzung von Jugendlichen in Europa stattfinden kann. Federführend unterstützt wird diese Initiative von Dr. Renate Kanovsky-Wintermann, der zuständigen Erasmus+-Beauftragten im Landesschulrat für Kärnten.

Der aktuelle Alpen-Adria-Videowettbewerb richtet sich deshalb an alle Schülerinnen und Schüler im Alpen-Adria-Raum, die bereits an einem Erasmus+-Projekt teilgenommen haben und dazu ihre filmischen Geschichten erzählen können. Dabei sind Kreativität, Freude am Erzählen und Lust am europäischen Abenteuer wesentliche Kriterien. Der Startschuss zum Wettbewerb fiel am 12.10.2018 an den Schulstandorten.

Über die Wettbewerbs-Sieger/innen entscheidet schlussendlich die Anzahl der „Likes/Gefällt mir-Clicks“ auf Youtube. Am 13. November entscheidet sich dann, wer den Hauptpreis – einen 800,00 EUR Reisegutschein – gewinnt.

Vorerst wünschen wir aber allen Teilnehmer/innen viel Spaß und Erfolg beim Gestalten ihrer Erasmus+-Videos!

Mehr Infos zum Alpen-Adria-Videowettbewerb: Alpen-Adria-Videowettbewerb

Fotos: KTS Villach, HTL Villach, HAK Völkermarkt, HLW Wolfsberg

11. Viktor Frankl Symposium

Das 11. Viktor Frankl Symposium stand unter dem Motto „Sinn und Autonomie“ und wurde in der Pädagogischen Hochschule Kärnten – Viktor Frankl Hochschule in Klagenfurt von Bildungsreferent Landeshauptmann Peter Kaiser eröffnet. Die Diskussionstagung will mit Vorträgen sowie Workshops die Lehren des berühmten österreichischen Arztes und Holocaust-Überlebenden Viktor E. Frankl einem breiten Publikum zugänglich machen.

„Der Name Viktor Frankl Hochschule ist für die Pädagogische Hochschule Kärnten mehr als nur eine Beifügung – er ist so etwas wie Identität“, sagte der Landeshauptmann. Viktor E. Frankl sei eine authentische Persönlichkeit gewesen, der trotz all seiner großen Leiden nie den Mut zum Sinn des Lebens verloren habe. Das Land Kärnten identifiziere sich mit seiner Pädagogischen Hochschule, die sich eindeutig zur Forcierung der Elementarpädagogik bekenne. „Dort mit ersten Bildungsschritten zu beginnen, wo man noch sehr viel prägen kann, ist ganz im Sinne von Viktor E. Frankl“, betonte Kaiser. Es sei außerdem sehr lobenswert, dass sich die Hochschule neben ihren vorgeschriebenen Lehrinhalten auch philosophischen Fragestellungen widme. Welches Menschenbild brauche unsere automatisierte und digitalisierte Gesellschaft? Soll der Mensch geistig in die Ecke gestellt werden oder würde ein aktiv partizipierendes Menschenbild gebraucht werden, das allen Menschen eine Chance gibt?

„Es freut mich sehr, dass ich das Symposium heute miteröffnen darf, vorallem auch weil das Motto ‚Sinn und Autonomie‘ gut zu meiner neuen Rolle passt“, sagte Bildungsdirektor Robert Klinglmair. Mit dem Bildungsreformpaket der Bundesregierung sei den Schulen mehr Autonomie und damit auch mehr Verantwortung übertragen worden. „Das Franklsche Menschenbild sieht den Sinn als Motivation des menschlichen Daseins“, so Klinglmair. Die Pädagogische Hochschule habe ein tolles Ausbildungsangebot – Empathie und Kreativität würden mitgegeben werden und genau das werde gebraucht. „So kann gemeinsam Schulautonomie gelebt und Schule weiterentwickelt werden“, betonte der Bildungsdirektor.

Rektorin Marlies Krainz-Dürr zeigte sich überwältigt vom großen Interesse am Symposium. „Autonomie ist im Schulbereich ein brandaktuelles Thema und die Auseinandersetzung lohnt sich“, so die Rektorin. Viktor E. Frankl habe an den freien Willen und damit an die Verantwortung des Menschen appelliert.

Nach der Eröffnung startete Christoph Schlick mit seinem Vortrag zum Thema „Sinnerfülltes Leben ist Leben in Beziehung. Das autonome Ich und seine 5 LebensSinnBeziehungen“. Unter den zahlreichen Besuchern waren auch Landtagspräsident Reinhart Rohr, Bildungsabteilungsleiterin Gerhild Hubmann, Organisatorin Jutta Clarke und Vizerektor Walter Waldner.

Schon in jungen Jahren war für Viktor Frankl der Sinn des menschlichen Lebens ein Thema. Nach Einmarsch der Nationalsozialisten in Österreich wurde Frankl 1942 in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert und kam von dort in weitere drei Lager. Seine Jahre im KZ verarbeitete Frankl in seinem in 75 Sprachen übersetzten Buch „Trotzdem Ja zum Leben sagen“. Zeit seines Lebens trat Frankl gegen die Kollektivschuld auf. Schuld könnten Menschen nur persönlich auf sich laden. Frankl wirkte als Professor für Neurologie und Psychiatrie an der Universität Wien, darüber hinaus bekleidete er Professuren an den Universitäten Harvard, Pittsburgh, Dallas und San Diego. Er wurde von mehr als 200 Universitäten in allen fünf Erdteilen zu Vorträgen eingeladen. Im Laufe seines Lebens wurden ihm in der ganzen Welt 29 Ehrendoktorate verliehen.

Text: LPD Kärnten/Sternig
Fotohinweis: LPD Kärnten/Bauer

Auf Spurensuche nach dem Frieden

Die Gedenk- und Erinnerungsjahre 2018 und 2019 – 100 Jahre Gründung der Republik Österreich 1918 und Unterzeichnung des Staatsvertrages 1919 – nimmt die Landesregierung zum Anlass, Kärntens Bildungs- und Kulturinstitutionen zu einer Spurensuche zum Thema Frieden zu animieren. Bereits zum zweiten Mal wird das „Schule-Jugend-Theater-Projekt“ auf Initiative von Bildungs- und Kulturreferent Landeshauptmann Peter Kaiser durchgeführt. Im heurigen Schuljahr können Schul-, Bildungs- und Kultureinrichtungen in allen zehn Kärntner Bezirken Projekte unter dem Motto „Die Friedensbildung des Einzelnen und der Gesellschaft“ erarbeiten. Bis zum 21. Dezember 2018 können die entsprechenden Projekte eingereicht werden. Insgesamt stehen seitens der Bildungsabteilung und der Kulturabteilung 50.000 Euro an Fördermitteln zur Verfügung, die Mindestförderung für ein Projekt beträgt 3.000 Euro.

Mit dem Projekt werden die Bereiche Bildung, Jugend und Theater in einen Gesamtzusammenhang gesetzt. „Wir bieten jeder Kärntner Schule eine Bühne, wenn sie es möchte. Man kann nicht nur in rationaler Form wichtige Inhalte beleuchten, sondern auch in künstlerischer und theatralischer Form“, so Landeshauptmann Peter Kaiser. Wichtig sei in diesem Zusammenhang zu betonen, dass die Projekte inklusiv gedacht werden. „Jede Schülerin und jeder Schüler ist dazu eingeladen, dabei zu sein. Insbesondere auch jene, die vielleicht nicht alle Zugänglichkeiten für das Theaterspielen haben“, so der Bildungs- und Kulturreferent über den inklusiven Ansatz des Projekts. Die enge Verwandtschaft zwischen Bildung und Kultur werde durch dieses Projekt besonders herausgearbeitet. „Bildung ohne Kultur und Kultur ohne Bildung sind für mich Unmöglichkeiten“, so der Landeshauptmann, der auch den Erfolg des ersten Projekts ansprach. „Über 400 aktiv Mitwirkende konnten dafür gewonnen werden. Wir gehen davon aus, diese Zahlen mit dem zweiten Projekt noch steigern zu können“, informierte Kaiser. Vor allem die Sprachenvielfalt sei dem Projekt wichtig. „Das Projekt hat im ersten Jahr vier Sprachen umfasst –Deutsch, Slowenisch, Italienisch und die Gebärdensprache. In seiner zweiten Auflage lädt es dazu ein, die Sprachen noch zu erweitern“, so Kaiser.

Herbert Gantschacher, ehrenamtlicher Begleiter des Projekts, betonte, Kärnten sei bei der Gehörlosenbildung Österreichs Vorzeigebundesland. „Alle Gehörlosen werden in Kärnten inklusiv unterrichtet. Damit sind die Grundlagen geschaffen, damit wir Inklusion auch wirklich umsetzen“, so Gantschacher.

Details zum organisatorischen Ablauf des Projekts gab Rudolf Altersberger, der als projektleitender Koordinator fungiert. Die Ausschreibung der Projekte beginnt mit 15. Oktober 2018. Die Projekte können in einer der beiden oder in beiden Landessprachen vorgelegt werden. Projekte, die die Inklusion von Schülerinnen und Schülern sowie Künstlerinnen und Künstler mit speziellen Bedürfnissen beinhalten, werden besonders gefördert. Ab dem 23. Dezember 2018 beginnt die Sichtung der eingereichten Projekte. Eine Fachjury aus den Mitgliedern des Kärntner Kulturgremiums wird ab Jänner 2019 die Projekte mit einer Grundfinanzierung ausstatten. Zwischen dem 17. und 22. Juni 2019 erfolgt die Abschlusspräsentation im Villacher Kellertheater der „neuebuehnevillach“. Alle durchgeführten Projekte erhalten seitens des Landeshauptmanns zudem eine schriftliche Auszeichnung.

Weiterführende Informationen und Ausschreibungsunterlagen: Schule-Jugend-Theater-Projekt-2018/2019

Text: LPD Kärnten/Rauber
Fotohinweis: LPD Kärnten/Just

BeSt³: Bildungs- und Berufsorientierung im Kompaktformat

Auf der BeSt³ fanden von 11. bis 13. Oktober 2018 Besucherinnen und Besucher all jene Informationen zu den Themen Schule, Unterricht, Beruf, Studium sowie Weiterbildung, welche die schwierige Entscheidung der weiteren Karriere- und Lebensplanung erleichtern sollen; nirgendwo sonst kann so unkompliziert und intensiv mit Ausbildungsstätten, Unternehmen oder Bildungspersonen in Kontakt getreten und ein konstruktiver Austausch gepflegt werden. Die zahlreichen Ausstellerinnen und Aussteller präsentierten zukunftsorientierte Aus- und Weiterbildungs- sowie Berufsmöglichkeiten aus dem breiten Spektrum an Angeboten, die zudem auf die eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen, Talente sowie Interessen hin sondiert werden konnten. Das umfassende Programm wurde mit zahlreichen Workshops sowie interessanten Vorträgen und Podiumsdiskussionen abgerundet.

Bei der Kick-off Veranstaltung 2018 diskutierten folgende Gäste im BeSt-Forum über (Aus)Bildung und Karriere: Robert Klinglmair (Bildungsdirektor des Landesschulrates für Kärnten), Doris Moser (Vizestudienrektorin für Weiterbildung, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt), Mathias Jesse (Studierender), Günter Senoner (Geschäftsführung STRABAG SE), Siegfried Spanz (Geschäftsführer, FH Kärnten) und Peter Wedenig (stv. Landesgeschäftsführer AMS).

Der Bildungsdirektor gab den zuhörenden Schülerinnen und Schülern motivierende Karrieretipps mit auf den Weg: „Die zukünftige Ausbildungs- und Berufswahl ist eine wichtige Lebensentscheidung und sollte wohl überlegt sein. Wenn man die falsche Schule oder das falsche Studium wählt, hat man gleich ein paar gute Jahre vertan.“
Sein zweiter Tipp: Mut zum Risiko. Wenn man merkt, dass die getroffene Wahl doch nicht erfüllend ist, sollte man einen Schritt zurückgehen und sich trauen, etwas anderes auszuprobieren. „Vorallem aber braucht man Geduld. Es geht nicht von heute auf morgen mit der Brechstange. Ihre Zeit wird kommen, aber dazu muss man auch ehrgeizig und fleißig sein. Das gehört auch dazu, weil: von nichts kommt nichts“, so Klinglmair.

Video: Best Rundgang

Foto: Ferrarischule Innsbruck

Kunstwerk „Mein Paradiesgarten“ in der NMS Wölfnitz enthüllt

Im Mai 2018 fand in der NMS Wölfnitz ein zweitägiges Kunstprojekt zur Neugestaltung der Aula statt. Ergebnis war ein Wandbild in der Größe von 1,20 x 17 Metern, das eine Gruppe von etwa zwanzig Schülerinnen und Schülern unter der Leitung des bekannten Klagenfurter Künstlers Klaus Brandner gestaltete. Zum Thema „Mein Paradiesgarten“ erarbeitete das Projektteam ein buntes Kunstwerk mit fröhlichen Blumen- und Tiermotiven, bereichert durch unterschiedliche freie gestalterische Komponenten und Formen.

Gesamtkosten des Projektes beliefen sich auf 2.500 Euro – die Finanzierung wurde durch folgende Sponsoren aufgebracht: ATC – Albert Tripolt-Consult ZT GmbH, I. & H. Mahkovec, Kärntner Buchhandlung, Kärntner Sparkasse, Lions Club Klagenfurt ARTecon, Stadt Klagenfurt/Abteilung Kultur, Ofner Helmut GmbH, Raiffeisen Bezirksbank Wölfnitz sowie UNIQA.

Für Bildungsdirektor Dr. Robert Klinglmair wie auch Stadtrat Mag. Franz Petritz  ist es sehr erfreulich, dass man sich in der Schule nicht nur auf die Förderung und den Ausbau von Grundkompetenzen fokussiert, sondern in tollen Projekten die künstlerischen und kreativen Fähigkeiten schärft, die in der Gesellschaft und Arbeitswelt immer wichtiger werden.
„Wenn diese noch unter dem Aspekt des Miteinanders gemeinsam entstehen, ist das umso beeindruckender, daher darf ich der Schule, aber vorallem den Schülerinnen und Schülern herzlich zu dem gelungenen Kunstwerk gratulieren,“ so der Bildungsdirektor, der sich bei der Präsentation Mitte Oktober in der NMS Wölfnitz begeistert von der Umsetzung des Projekts zeigte.

Fotos: KK

Bronze für Österreich bei der Wirtschaftsolympiade

Sofie Angermann, Eva Glantschnig, Mathias Pirker und Martin Tomic von der HAK Spittal/Drau bildeten mit Constantin Badawi (Schumpeter-HAK Wien) das Team, das Österreich bei der Wirtschaftsolympiade vertrat. Diese feierte vom 14. bis 22. September 2018 in Moskau ihre Premiere mit dem Ziel, talentierte Jugendliche in Wirtschaft, Finanzen und Entrepreneurship zu fördern und sie untereinander zu vernetzen. Für Eva Glantschnig lief es besonders gut – sie holte für Österreich in der Einzelwertung eine Bronzemedaille.

Bei dieser ersten Wirtschaftsolympiade mussten 65 Teilnehmer aus 13 Staaten ihr Wissen und ihre Kompetenzen unter Beweis stellen und zeigen, wie gut sie sich in der Welt der Wirtschaft auskennen. Die Delegationen kamen aus: Neuseeland, USA, Russland, Brasilien, Spanien, Indonesien, Myanmar, Kasachstan, Schweiz, Malaysia, Lettland, Irland und Österreich. Das österreichische Olympia-Team qualifizierte sich über das „Changemaker-Programm“.

Bildungsdirektor Dr. Robert Klinglmair gratuliert Eva Glantschnig und ihrem gesamten Erfolgsteam ganz herzlich zu ihrer einmaligen Leistung bei der Wirtschaftsolympiade in Moskau, wo sie mit ihren preisgekrönten Projekten Impulse für positive, nachhaltige Veränderungen in Gesellschaft und Wirtschaft gesetzt haben.

Bei der feierlichen Eröffnungszeremonie an der Sberbank University hielt Eric S. Maskin – Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften im Jahr 2007 – eine Einführungsvorlesung über sein Spezialgebiet „Mechanism Design“. Auch zwischen den Bewerben gab es verschiedene Vorlesungen und Workshops, um die Olympioniken auf ihre Challenges einzustimmen. „Banks`role in a financial crisis – lessons from the ongoing turmoil in Turkey” an der Sberbank University, „Problem Solving“ bei McKinsey&Company oder “Presenter’s Survival Kit” an der New Economic School.

Im ersten Teil „Finance“ mussten die Wirtschaftstalente im Simulationsspiel „My financial plan“ ihr Kapital geschickt investieren und vermehren. Im zweiten Teil „Economics“ galt es, sehr anspruchsvolle Aufgabenstellungen zu volkswirtschaftlichen Fragestellungen zu lösen. Eine „case study“ mit der Problemstellung „Markteinführung eines Bank-Produktes für die Zielgruppe 18 – 25 Jahre“ war die abschließende Challenge. Eine besondere Herausforderung für die meisten TeilnehmerInnen war das Ausarbeiten und Präsentieren in englischer Sprache. Im Teambewerb holte sich schließlich Lettland die Goldmedaille, Silber ging an Russland und die Bronzemedaille teilten sich ex aequo Brasilien und Kasachstan.

Eva Glantschnig berichtet, noch immer beeindruckt von den Ereignissen in Russland: „Es war eine super Erfahrung, uns mit Jugendlichen aus aller Welt über wirtschaftliche Themen austauschen zu können. Wir haben viele neue Freundschaften geschlossen und Moskau als eine faszinierende Stadt kennengelernt.“

Begleitet wurden die SchülerInnen von Alexander Spitzer von der Organisation IFTE (Initiative for Teaching Entrepreneurship) und von Mag. Hilde Kleinfercher, Teamcoach aus der HAK Spittal/Drau: „Wir waren Teil des Team Austria bei der Wirtschaftsolympiade in Moskau und haben dort nicht nur eine Bronzemedaille, sondern einen Blick über den Tellerrand gewonnen durch den Austausch mit den Teams aus den vielen verschiedenen Ländern – das werden die Schülerinnen und Schüler bestimmt noch ihren Enkeln erzählen!“

Bundesminister Dr. Heinz Faßmann wird dem Team Austria beim diesjährigen Entrepreneurship Summit am 25. Oktober in Wien zu ihrer Teilnahme und zur Bronzemedaille seinen Glückwunsch aussprechen.

Text und Fotos: Mag. Hilde Kleinfercher
(Teamcoach und Trainerin für Entrepreneurship und Management, HAK Spittal/Drau)

Kinderschutz: Betreuung und Hilfe für Kärntner Jugendliche

„Kinderschutz ist kein Problem der ‚anderen‘ – es ist eine Herausforderung für uns alle. Der Großteil der Kärntner Kinder lebt Gott sei Dank in einem geschützten Umfeld, sprich in einer fürsorglichen Familie. Aber ein Teil von Kärntens Kindern benötigt die Unterstützung der Kinder- und Jugendhilfe. Und zwar dringend“, betonte Sozialreferentin Beate Prettner im Rahmen der Eröffnung der heurigen Kinderschutzfachtagung im Beisein von Bildungsdirektor Robert Klinglmair und rund 600 Teilnehmenden im Congress Center Villach. Für 2018 habe sie daher die „Strategie Kinderschutz“ in einem Offensivprogramm zum Schwerpunkt der Kärntner Kinder- und Jugendhilfe erklärt.

Ziel sei es, das Hilfsnetz noch enger schnüren zu können. Denn jeder Misshandlungsfall sei einer zu viel. Die Zahl der Gefährdungsmeldungen steigt kontinuierlich. Im Jahr 2012 waren es 937 Meldungen, 2016 kam es zu 2.078 Gefährdungsmeldungen, im Vorjahr zu 3.977. „Das ist ein gewaltiger Anstieg – eine Fast-Verdoppelung. Dieser rapide Anstieg heißt aber nicht, dass die Misshandlungsfälle per se zugenommen haben. Der Anstieg ist primär auf die gestiegene Sensibilisierung bei den Kooperationspartnern wie Lehrer, Ärzte, Kindergärten etc. zurückzuführen“, so Prettner.

Angestiegen sind auch – von 2016 auf 2017 – die „Erziehungshilfen gesamt“. Laut Referentin ist diese Erhöhung fast ausnahmslos im ambulanten Bereich angesiedelt (von 2.098 auf 2.428), während die Fremdunterbringung mit einem Plus von fünf (1.122 auf 1.127) quasi stagniert.

Für Bildungsdirektor Robert Klinglmair liegt die Verantwortung zum Schutz der Kinder in allen Berufen, Einrichtungen und Institutionen: „Die Brennpunktthemen unserer heutigen Gesellschaft betreffen uns alle und nur gemeinsam können wir etwas vorantreiben, Konflikte abbauen und in unseren Schulen jene Sicherheit verankern, die es benötigt, um für das Wohl der uns anvertrauten Schülerinnen und Schüler garantieren und ein unbeschwertes Heranwachsen unserer Jugend nachhaltig absichern zu können“, so Klinglmair.

Die Kinderschutzfachtagung widmete sich in Referaten und Workshops am Nachmittag der „Haltung und dem Rollenverständnis in der Begegnung mit Kindern, Jugendlichen, Eltern sowie KooperationspartnerInnen“.

Text: Grabner, Rauber/Büro LHStv.in Prettner, LSR

Fotos: Hafner/ Büro LHStv.in Prettner