Begabungs- und Begabtenförderung für Kärntens klügste Köpfe

Laut Neubauer, A.C. & Stern, E. (2013) geht man davon aus, dass 13,6% der Gesamtbevölkerung überdurchschnittliche Leistungen bei kognitiven Testaufgaben erreichen. 2,2% weisen weit überdurchschnittliche Leistungsergebnisse auf und gelten somit in wissenschaftlichen Studien als „hochbegabt“ bzw. „hochintelligent“. Somit kann man davon ausgehen, dass in Kärntens Pflichtschulen über 4000 besonders kluge Köpfe sitzen und rund 700 hochbegabte SchülerInnen.

Der Landesschulrat von Kärnten hat vor nunmehr vier Jahren die Koordinationsstelle für Begabungs- und Begabtenförderung ins Leben gerufen, um die Vielfalt der Begabungen und Interessen der SchülerInnen im Bereich der Allgemeinbildenden Pflichtschulen zu fördern, individuelle Förderpläne zu erstellen, PädagogInnen und Eltern zu beraten, Projekte für SchülerInnen zu ermöglichen und vieles mehr.

Für die Leiterin der Koordinationsstelle für Begabungs- und Begabtenförderung im APS- Bereich und Bundeskoordinatorin für Begabungs- und Begabtenförderung in Kärnten, Dipl. Päd. Marianne Kriegl, BEd sind die außerschulischen „Werkstätten“ ein wichtiges Projekt, die sich in den vergangenen vier Jahren außerordentlich gut etabliert haben. „Es ist für sehr gut begabte Kinder besonders wichtig, in Niveaugruppen zu arbeiten, um ihre Interessen und Stärken besser wahrzunehmen und sich mit Kindern mit ähnlichen Fähigkeiten auszutauschen.“

Allein im Schuljahr 2016/17 besuchten ca. 240 hochbegabte und sehr gut begabte SchülerInnen die verschiedenen Werkstätten. Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen im Bereich der Förderung von Mathematik, Naturwissenschaften und Sprache. Die Ziele der Werkstätten sind u.a. die Förderung von sozialen Kontakten in Gruppen von Kindern mit großer Neugier und hoher Motivation, sowie das Erwerben von neuen Kenntnissen und das Fördern der eigenen Kreativität und der Motivation. Die Werkstätten, die als außerschulische Schulveranstaltungen geführt werden, finden je einmal im Monat an einem Nachmittag statt und werden von LehrerInnen der Sekundarstufe geleitet. Die Koordinationsstelle der BBF übernimmt die Organisation.

Die Werkstätten konnten bisher nur durch das freiwillige Engagement der Vortragenden angeboten werden. Im Schuljahr 2017/18 übernimmt die Honorarkosten und Materialkosten dankenswerterweise der Verein Wirtschaft für Bildung. Weitere Sponsoren sind der Verein INIZIA, die Kleine Kinderzeitung und das Educational Lab.

In diesem Schuljahr ist es AHS-Landesschulinspektorin Mag. Susanne Traußnig gelungen, im AHS-Bereich Ressourcen für die „Begabungsförderung Initiative AHS-Unterstufe“ bereit zu stellen, um in den Gegenständen Deutsch, Mathematik und Englisch jenen SchülerInnen der Unterstufe ein Zusatzangebot zu unterbreiten, welche sich im Unterricht in einem oder mehreren dieser Fächer als begabt bzw. besonders interessiert erweisen. Nachdem sich dieses Angebot nur auf o.a. Gegenstände bezieht, ist es als Erweiterung zu den Angeboten ( Chemie, Biologie, Physik ) der Koordinationsstelle für Begabungs- und Begabtenförderung im APS-Bereich zu verstehen.

Genauere Informationen zu den Angeboten der einzelnen Werkstätten sind auf der Homepage der BBF https://www.sonderpaed.at/bbf/ zu finden.

Der Wirtschaft Kärntens und dem Landesschulrat von Kärnten ist es ein Anliegen, die Begabungen von Kindern und Jugendlichen zu stärken und zu fördern. Denn wie schon Alfred Herrhausen sagte:

 „Es ist kein Luxus, Begabte zu fördern. Es ist ein Luxus, und zwar ein sträflicher, dies nicht zu tun.“