Auftaktkonferenz für das Schul- und Kindergartenjahr 2018/2019

Im Hörsaal A der Alpen Adria-Universität Klagenfurt (AAU) fand auf Einladung von Bildungsreferent Landeshauptmann Peter Kaiser und Kärntens Bildungsdirektor Robert Klinglmair die Auftaktkonferenz für das Schul- und Kindergartenjahr 2018/19 statt. An ihr nahmen Leiter von Schulen und Kindergärten aus ganz Kärnten teil und die Verantwortlichen der Schul- und Kindergartenaufsicht. Der Jahresleitsatz für das heurige Schuljahr lautet: „Schulautonomie“. Geehrt wurden im Rahmen der Konferenz auch jene Kärntnerinnen, die bei der heurigen Erdwissenschafts-Olympiade (IESO) in Thailand Edelmetall gewannen.

Der Landeshauptmann gab bekannt, dass es im Schulbereich ebenso wie im elementarpädagogischen Bereich im heurigen Schuljahr wieder eine Reihe von Neuerungen geben werde. „Alle Schultypen ebenso wie die Kindergärten sind wichtig. Bildung beginnt im Kindergarten und endet niemals. Der Bildungsbereich gewinnt subjektiv und objektiv immer mehr an Bedeutung und die Bündelung aller Bildungsagenden in einem Referat hat bereits Vorteile gebracht“, stellte er an den Beginn seiner Ausführungen.

Unmissverständlich legte er auch dar, dass für ihn jedes Kind im Bildungsbereich gleich viel wert sei und präzisierte dies: „Die Gesellschaft hat dann Zukunft, wenn sie in die Bildung investiert. Ein Bildungseuro bringt das fünfzehn- bis sechszehnfache an Ertrag. Vom Kärntner Gesamtbudget in der Höhe von 2,5 Milliarden Euro fließen 23 Prozent in den Bildungsbereich“, so Kaiser.

Als wichtige Maßnahme im kommenden Jahr wird die Umsetzung des neuen Schulstandortekonzepts sein, welches die weitere Schaffung von Bildungszentren vorsieht. Bisher sind bereits 27 Bildungszentren entstanden. Es geht dabei auch um Investitionen in moderne Schulgebäude, den Ausbau von Bildungsangeboten und Schulzusammenlegungen. Pro Gemeinde soll ein Volksschulstandort erhalten bleiben, wenn es mehr als zehn Schüler gibt.

Ein klares Bekenntnis gab es vom Landeshauptmann für die Ganztagesschulform. „In vielen Privatschulen gibt es diese Form bereits, auch im öffentlichen Bereich sollte sie ausgebaut werden“ so Kaiser. 5.966 Schüler besuchen eine Ganztagesschule. Inklusive den 3.953 Schülern in Horten werden 9.613 von ihnen ganztägig betreut. Das sind gemessen an der Gesamtschülerzahl bereits 29 Prozent der Schüler in Pflichtschulen.

Klare Vorstellung gibt es vom Landeshauptmann in Bezug auf die Grundfertigkeiten. „Neben Lesen, Schreiben und Rechnen, sind künftig die digitalen Fertigkeiten bei jungen Menschen zu forcieren. Sie sind unverzichtbar“, stellte er fest.

Allen Pädagogen legte er für das kommende Schuljahr ans Herz, sich den neuen Herausforderungen zu stellen. „Sie sind die lenkende Hand für die Schüler und haben eine große Verantwortung. Alle Lehrer sind eine Bildungsmacht“.

Bildungsdirektor Robert Klinglmair stelle sich kurz persönlich vor und skizzierte die bisherigen Eckpunkte seines Berufslebens. In seiner Funktion als neuer Bildungsdirektor stellte er die Aufgaben der neuen Bildungsdirektion ab 1. Jänner 2019 vor und nahm Stellung zum neuen Bildungsreformprozess. Letzterer ist auf zehn Jahre angelegt.

„Die Bildungsdirektion ist eine Mischbehörde mit neuen Strukturen, und hat Steuerungsfunktion. Sie wird künftig transparent sein und neue Serviceleistungen anbieten. In ihr werden die Verwaltungsaufgaben des Bundes und Landes künftig über sieben Teilprojekte zusammengeführt. Anstelle der Bezirksschulbehörden gibt es künftig zwei Bildungsregionen“, gab Klinglmair bekannt. Wichtig für ihn als Bildungsdirektor sei auch das neue Bildungscontrolling und Qualitätsmanagement. Das langfristige Ziel des neuen Bildungsreformprozesses ist es, aus Schülern selbstbestimmte, offene Menschen zu machen. Die Bildung wird immer wichtiger und sie muss künftig alle Bevölkerungsschichten erreichen. Alle Schüler sollten die gleichen Chancen haben.

Als neue Schwerpunkte, die in den nächsten Jahren in den Schulen zu implementieren seien, hob der Bildungsdirektor die Digitalisierungskompetenzen neben den Grundkompetenzen hervor, wo es im Bereich des Lesens noch Aufholbedarf gibt. Ebenso sei die Mehrsprachigkeit zu forcieren, die MINT-Fächer auszubauen und die Elementarpädagogik aufzuwerten bzw. zu stärken. „Ich möchte die Elementarpädagogik und den Hochschulsektor stärker mit Pflichtschulen und Höheren Schulen vernetzen, so Klinglmair.

An die Schulleiter und Pädagogen appellierte er, dass die kommenden Aufgaben im Bildungsprozess nur gemeinsam zu bewältigen seien. „Der Mut zur Veränderung ist wichtig und die Wertschätzung der Leistungen in den Schulen muss wieder in den Fokus rücken“, erklärte Klinglmair.

Längere Grußworte gab es vom Rektor der AAU Klagenfurt Univ. Prof. Oliver Vitouch. „Die Zukunftschancen junger Leute sind zu optimieren. Gemeinsam mit der Hochschulkonferenz sollte das Land die Bildungszukunft Kärntens gestalten“, lautete sein Aufruf.

Das Hauptreferat der Konferenz hielten LSI Axel Zafoschnig (Bildungsdirektion Kärnten) und PSI Alfred Lehner (Bildungsdirektion Burgenland) zum Thema „Schulautonomie als Chance für die Bildungsregion in Kärnten – Beste Bildung für Kinder und Jugendliche durch eigenverantwortliche Schulleitungen.“ Mit motivierenden Worten lenkten die beiden Autonomiebotschafter den Fokus auf das gemeinsame Miteinander und stellten mit lebhaften und praxisnahen Beispielen die Weichen für das Thema Schulautonomie. Weitere Infos unter: https://www.schulautonomie.at/

Minutenlangen Applaus gab es für die Kärntner VertreterInnen der Internationalen Erdwissenschaftsolympiade. Das IESO-Team Austria 2018 wurde von Landeshauptmann, Bildungsdirektor und Uni- Rektor für die Spitzenleistungen stellvertretend für alle hervorragenden Leistungen der Kärntner Bildungseinrichtungen vor den Vorhang geholt und mit Urkunden geehrt. Das Viererteam erkämpfte in Thailand zwei Goldmedaillen und eine Silbermedaille im internationalen Teamwettbewerb sowie drei Bronzene im Einzelwettbewerb. Besonders erfolgreich waren die beiden Kärntnerinnen Mira Gaggl, vom BG/BRG Perau und Victoria Kalla vom BG/BRG Mössingerstraße. Gaggl konnte eine Goldmedaille im ESP (Earth System Project) erringen, während Kalla Gold in der ITFI (International Team Field Investigation) und Silber im ESP in die Mössingerstraße holte. Dem Team gehörten auch die zwei Steirer Thomas Uhl und Michael Narnhofer von der HTL Leoben an. Betreut wurde das erfolgreiche Quartett von Christopher Wintschnig (BAfEP Klagenfurt) und Michael Lukas (HTL Leoben, KL Talentecamp).

Seit Oktober 2017 koordiniert das Regionale Netzwerk für Naturwissenschaften und Mathematik die Teilnahme Österreichs an der Internationalen Erdwissenschaftsolympiade IESO. Ein wichtiger Teil der Vorbereitung fand im Rahmen des Talentecamps im Kärntner Landesmuseum und im NAWImix am Lakeside Park statt.

 

Text: LPD/Michael Zeitlinger

Fotos: LPD/Peter Just