Auftaktkonferenz des Schul- und Kindergartenjahres in Alpen-Adria Universität Klagenfurt

Im Hörsaal A der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt fand die Auftaktkonferenz zum Schul- und Kindergartenjahr 2017/18 statt. In diesem Rahmen wurde der Jahresleitsatz „Gegen Mobbing und Gewalt in Kindergärten und Schulen“ aus verschiedenen Blickwinkeln von vier ReferentInnen thematisiert. Ebenso wurden vier aktuelle Schulinitiativen den KonferenzteilnehmerInnen aus dem Schul- und Kindergartenbereich vorgestellt. Erstmalig mit dabei waren auch die leitenden Kindergartenpädagoginnen.

Bildungsreferent Landeshauptmann Peter Kaiser hob in seiner Begrüßungsrede hervor, dass die Bildung alle Teile der Gesellschaft durchdringe. „Sie ist unverzichtbar und eine Herausforderung für alle, die mit ihr zu tun haben“, so Kaiser. Die Verantwortung der Schulaufsicht, der leitenden Pädagoginnen und Pädagogen bzw. der Kindergartenleiterinnen untermauerte der Landeshauptmann mit drei Zahlen. „Sie repräsentieren 61.107 Schülerinnen und Schüler, 21.033 Kindergartenkinder und 7.228 Lehrerinnen und Lehrer. Insgesamt mit allen Bildungseinrichtungen sind das 20 Prozent der Kärntner Gesamtbevölkerung (561.000). Das ist ein großer Aufgabenbereich, für den sie die Verantwortung übernehmen“, strich der Landeshauptmann das Verantwortungspotential hervor.

Der wachsenden Bedeutung der Bildung habe man seit 2013 auch insofern Rechnung getragen, dass alle Bildungsagenden in einem Referat gebündelt seien, „Ich war immer bemüht integrativ, kooperierend mit allen Bildungseinrichtungen zusammen zu arbeiten“, erklärte Kaiser. Zwei positive Beispiele bzw. Entwicklungen im Bildungssektor, die Inklusion bzw. die Ganztagesschule wurden vom Landeshauptmann ebenfalls hervorgehoben. „Die Inklusion ist in Kärnten und der Steiermark am weitesten fortgeschritten. 85 Prozent aller Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf (SPF), in Kärnten sind das 1.938, werden bereits integrativ beschult“, gab er bekannt. Das schulische Ganztagesangebot nehmen bereits 28 Prozent im Pflichtschulbereich in Anspruch. „Ich will diese Form in allen Bezirken anbieten und die Schule soll ein Lebensraum im ganzen Land werden“, betonte Kaiser.

Alle Schulpädagoginnen und -pädagogen bzw. Kindergartenpädagoginnen forderte er auf, im kommenden Schul- bzw. Kindergartenjahr ein Herz, gutes Auge und vor allem viel Aufmerksamkeit für ihre Schützlinge zu haben.

AP Rudolf Altersberger rief die Schul- und Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen auf, im kommenden Schul- bzw. Kindergartenjahr zu zeigen, was sie können: „Sie sind alle Experten und Professionisten. Nehmen Sie Ihren Bildungsauftrag ernst und gehen Sie mit viel Optimismus an Ihre verantwortungsvolle Arbeit heran.“

Dekan Univ. Prof. Mag. Dr. Konrad Krainer (Institut für interdisziplinäre Forschung und Fortbildung, AAU Klagenfurt) betonte, dass das gesamte Schulsystem im Wandel sei und immer mehr Schulen, die einst Inseln gewesen seien, sich nun öffnen möchten. Den KonferenzteilnehmerInnen legte er den zweibändigen, nationalen Bildungsbericht ans Herz. Ihn kann man auf der bifie-Webseite gratis downloaden.

Einleitende Worte zum heurigen Schwerpunktthema fand Schulmediatorin Anna Maria Gabalier, MA, die selbst in der Arbeitsgruppe „Mobbing“ im LSR maßgeblich beteiligt war. Das Hauptreferat hielt Univ. Prof. DDr. Christiane Spiel (Universität Wien). Sie sprach zum Thema „Gewaltprävention im Bildungsbereich: Was wissen wir? Wo sind die Herausforderungen?“ LSI Dr. Dagmar Zöhrer präsentierte die landesweite „Initiative gegen Mobbing und Gewalt im Bildungsbereich“. Primarius Dr. Wolfgang Wladika (Klinikum Klagenfurt) brachte sein „Expertenstatement aus der Sicht der Kinder- und Jugendpsychiatrie“ und Filmtherapeut Dr. Otto Teischel wartete mit einem „Filmischen Impuls“ zum Leitsatz auf.

Vorgestellt wurden auch aktuelle Schulinitiativen. ORF Technik-, Online- und Neue Medien-Direktor, Thomas Prantner, präsentierte die digitale Klassikplattform „Fidelio“. Stadttheater Klagenfurt Intendant, Florian Scholz, sprach über „Auf ins Leben – Der Wert der Kultur für junge Menschen“. Prof. Mag. Edmund Huditz, Leiter der ARGE eEducation, gab einen Rück- und Ausblick zum „Jahr der digitalen Bildung“. Schulkoordinatorin der Landwirtschaftskammer Ing. Marianne Kienberger und Kammeramtsdirektor Dipl.Ing. Hans Mikl stellten die „Angebote der Landwirtschaft für Schulen und Kindergärten“ vor. Mit einem Ausschnitt aus dem Dancical „Switch“ zum Thema Flucht in virtuelle Welten, dass von 8.-10. März in der Messehalle aufgeführt wird, sorgte Johannes Ellersdorfer mit seiner Dance Industry für einen würdigen Abschluss.

Alle KonferenzteilnehmerInnen bekamen die neue „Anti- Mobbingfibel“ des Landesschulrates und der Kinder- und Jugendanwaltschaft (KiJA) überreicht. Mit ihr soll die wichtige Präventionsarbeit in den Schulen gegen Mobbing und Gewalt unterstützt werden. Die acht Kapitel umfassende Broschüre bietet aber auch Handlungsmöglichkeiten an, die im Schulalltag als Hilfestellung dienen können. „Die Schule soll ein sicherer Ort sein, in dem sich SchülerInnen und Lehrpersonen respektvoll begegnen, wertgeschätzt fühlen und mit Freude gemeinsam lernen können“, sind Altersberger und Kinder- und Jugendanwältin Astrid Liebhauser einer Meinung.

Weitere Fotos (kore/LSR) finden Sie unter:

https://photos.app.goo.gl/I9bbOBLBiv95QPGA3

Text: LPD/Michael Zeitlinger
Foto: LPD/fritz-press